Microgreen-Sorte
Rettich-Microgreens
Rettich-Microgreens sind die jungen, oberhalb des Anbaumediums geernteten Triebe von Raphanus sativus. Sie gehören zu den Kreuzblütler und schmecken deutlich scharf und würzig.
Sortenprofil
- Botanischer Name: Raphanus sativus
- Typische Kulturzeit: 6–10 Tage
- Schwierigkeitsgrad: einfach
- Aroma: deutlich scharf und würzig
Saatgut und Vorbereitung
Unbehandeltes Saatgut trocken und gleichmäßig aussäen; Einweichen ist meist nicht nötig. Verwenden Sie ausschließlich unbehandeltes, keimfähiges Saatgut, das für die Produktion essbarer Keimlinge oder Microgreens vorgesehen ist. Ein kleiner Keimtest vor der Hauptaussaat spart Platz und macht Unterschiede zwischen Chargen sichtbar.
Aussaat und Keimphase
Eine saubere, flache Schale mit Abfluss und eine separate Auffangschale erleichtern die Kultur. Das Medium wird gleichmäßig angefeuchtet, ohne dass Wasser steht. Saatgut möglichst lückenlos, aber nicht übereinander verteilen. Während der abgedeckten Keimphase täglich Geruch, Feuchte und Keimbild kontrollieren.
Licht, Wasser und Bestandsführung
Rettich keimt schnell und eignet sich gut für erste Versuche. Eine kurze Dunkelphase fördert einen gleichmäßigen Bestand, danach sorgt helles Licht für kompakte Stiele. Sobald die Keimblätter aufgerichtet sind, erhält der Bestand helles, gleichmäßiges Licht. Bevorzugt wird von unten gegossen; überschüssiges Wasser wird abgegossen. Zwischen den Wassergaben darf die Oberfläche leicht abtrocknen.
Ernte und Verwendung
Ernten Sie mit einer sauberen Schere knapp oberhalb des Mediums, wenn die Keimblätter voll entfaltet und die Triebe trocken sind. Nicht verwendete Hüllen und beschädigte Pflanzen werden aussortiert. Geschmacklich passen die jungen Triebe besonders zu Brote, Bowls, Salate und herzhafte Teller. Erst kurz vor dem Servieren zufügen.
Nährstoffe richtig einordnen
Die Schärfe ist sortentypisch. Nährstoffgehalte schwanken mit Sorte, Licht, Substrat und Erntezeitpunkt. Allgemein verändern Sorte, Saatgutcharge, Licht, Temperatur, Bewässerung und Erntealter die Zusammensetzung. Die Angaben ersetzen keine Laboranalyse und keine medizinische Beratung.
Hygiene und typische Probleme
Dichte, warme und feuchte Bestände können Pflanzenkrankheiten und unerwünschte Mikroorganismen begünstigen. Hände, Schalen und Werkzeug sauber halten, nur Trinkwasser verwenden und auffällige Chargen nicht verzehren. Häufige Probleme sind lückige Keimung, lange blasse Stiele, anhaftende Samenhüllen und Schimmel. Saatdichte, Luftbewegung, Licht und Feuchtigkeit werden jeweils nur schrittweise verändert und dokumentiert.
Fazit
Rettich-Microgreens erweitern die Auswahl um ein eigenständiges, sortentypisches Aroma. Mit chargenbezogenem Keimtest, sauberer Unterbewässerung und einem dokumentierten Erntefenster lässt sich die Sorte zuverlässig beurteilen.