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Microgreens anbauen

Substratbasierte Methoden für Microgreens

Microgreens auf sauberen Naturfasermatten in flachen Anzuchtschalen

Substratbasierte Verfahren sind ein robuster Einstieg in die Microgreen-Produktion. Die Wurzeln wachsen in einem lockeren Anzuchtmedium oder einer dünnen Fasermatte, während ein gelochtes Tray in einer geschlossenen Unterschale steht. Diese Kombination ermöglicht gleichmäßige Feuchtigkeit und eine saubere Bewässerung von unten.

Hanfmatten und Jutevliese

Naturfasermatten halten Saatgut an seinem Platz und reduzieren Substratpartikel an der Ernte. Hanf und Jute lassen sich passend zuschneiden und sind häufig kompostierbar. Entscheidend sind lebensmitteltaugliche, unbelastete Produkte, eine zur Sorte passende Wasserspeicherung und vollständiger Kontakt zwischen Samen und Matte. Sehr große Samen wie Erbsen benötigen oft eine stärkere Matte oder zusätzliche Abdeckung.

Kokossubstrat

Kokosfaser besitzt eine gute Kombination aus Luftporen und Wasserhaltevermögen. Gepresste Blöcke werden vor der Aussaat gleichmäßig aufgequollen. Je nach Herkunft können lösliche Salze enthalten sein; deshalb sind Herstellerangaben, Ausgangs-EC und gegebenenfalls Spülen wichtiger als ein pauschales Rezept. Feine Kokospartikel gehören nicht ungefiltert in einen rezirkulierenden Kreislauf, weil sie Leitungen und Pumpen belasten können.

Zellulose und Bio-Watte

Dünne Zellulosevliese sind sauber, leicht und gut automatisierbar. Ihre geringe Pufferkapazität verlangt jedoch häufigere Feuchtekontrollen. Nachhaltigkeit und Entsorgung hängen von Material, Bindemitteln, Herkunft und möglicher Kompostierbarkeit ab.

Praxisablauf

  1. Saubere Schalen und lebensmitteltaugliches Medium auswählen.
  2. Medium gleichmäßig bis zur Feuchte eines ausgedrückten Schwamms anfeuchten.
  3. Saat sortenspezifisch wiegen und gleichmäßig verteilen.
  4. Keimphase kontrollieren und Abdeckung regelmäßig lüften.
  5. Nach dem Auflaufen bevorzugt von unten bewässern und Restwasser abgießen.
  6. Mit sauberem Werkzeug oberhalb des Mediums ernten.

Stärken und Grenzen

Stärken

  • Hohe Fehlertoleranz bei der Keimung
  • Wenig technische Ausrüstung
  • Saubere, gut transportierbare Trays

Grenzen

  • Verbrauchsmaterial je Kulturzyklus
  • Materialchargen können sich unterscheiden
  • Zu nasses Medium fördert Sauerstoffmangel und Krankheiten

Fachquellen